Gabrielle 1907-2003: 1907-1948 PDF

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Colette wuchs als jüngstes von vier Halbgeschwistern und Geschwistern in der Bourgogne auf, wo ihr Vater, ein wegen Kriegsverletzung ausgemusterter Offizier, Steuereinnehmer war. Anders als die drei älteren Geschwister besuchte sie keine weiterführende Schule, wurde jedoch von ihrem literarisch interessierten Vater sowie vor allem von der klugen und verständnisvollen Mutter gefördert, mit der sie später in engem Briefkontakt blieb. Bei einer Reise nach Paris lernte sie 1889 gabrielle 1907-2003: 1907-1948 PDF Alter von 16 Jahren den 30-jährigen Henry Gauthier-Villars kennen, der sich dort schon einen gewissen Namen als Literat und Salonlöwe gemacht hatte.


1893 heiratete sie ihn und wurde von ihm, der rasch ihr Schreibtalent erkannte, angelernt und ausgenutzt. Nach der Scheidung lebte Colette eine Zeitlang bei Natalie Clifford Barney. Die beiden hatten eine kurze Affäre und blieben bis zu Colettes Tod befreundet. Auch als Journalistin war sie nun gesucht und erhielt eine eigene Rubrik im Feuilleton der Pariser Tageszeitung Le Matin. Zorn, weil sie nicht zur Beerdigung gekommen war?

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 war auch für Colette ein tiefer Einschnitt: Jouvenel wurde zum Militär eingezogen, musste aber nicht in den Fronteinsatz, sondern bekleidete ständig höhere Posten im Umfeld der Regierung. Im selben Jahr wurde sie Leiterin des literarischen Feuilletons des Matin. Geschichte einer letztlich unmöglichen Liebe zwischen einem jungen Mann und einer älteren Frau. Ihre Ehe allerdings ging in die Brüche, denn auch Jouvenel erwies sich als untreu und verließ sie 1923. Thema der sexuellen Initiation eines Jugendlichen durch eine ältere Frau kreist.

Der Abdruck musste allerdings wegen moralischer Entrüstung vieler Leser der Zeitung abgebrochen werden. Reisen unternahm und den sie 1935 heiratete. Ab 1939 litt sie unter einer fortschreitenden Arthrose der Hüftgelenke, die ihr das Leben erschwerte und sie zunehmend an ihre Wohnung fesselte. 1942 erzielte sie einen ihrer größten Erfolge mit dem kurzen Feuilleton-Roman Gigi, der 1944 als Buch gedruckt wurde und Vorlage für den gleichnamigen Musicalfilm aus dem Jahr 1958 war, dessen Adaption für die Bühne 1973 Premiere am Broadway hatte. Dame der französischen Literatur der ersten Jahrhunderthälfte.

Sie schrieb und publizierte, wurde gelesen und verfilmt, hielt Vorträge und reiste, geehrt wie kaum eine andere Schriftstellerin vor ihr. Colette verstand es vor allem, in ihren Romanen Frauengestalten und Frauenschicksale psychologisch einfühlsam und lebensnah zu beschreiben. Ihr unkonventioneller Lebensstil schlug sich auch in ihren Werken nieder, insbesondere darin, dass sie sich dort kritisch mit der Ehe auseinandersetzt und die Sexualität der Frau nicht tabuisiert. Obwohl von vielen Lesern und auch Autorenkollegen hochgeschätzt, wurde sie von der universitären Literaturkritik lange Zeit unter Wert gehandelt. Claudine’s Ehe, übersetzt von Georg Nördlinger, G.

Annie’s Tagebuch, übersetzt von Georg Nördlinger, G. Sieben Tierdialoge, übersetzt von Emmi Hirschberg, G. Geträumte Sünden, übersetzt von Hans B. Leipzig 1931, später als Wir Komödianten vom Variété. Zsolnay, Wien 1927, Auszug in Die großen Meister.

Chéri, übersetzt von Hans Jacob, C. Phil und Vinca, übersetzt von Lissy Radermacher, G. Tagesanbruch, übersetzt von Erna Redtenbacher und Helene M. Paris durch mein Fenster, übersetzt von Gritta Baerlocher, mit Illustrationen von J. 2006: Chéri, gelesen von Hannelore Elsner, Random House Audio, ISBN 978-3866041813. Aus dem Englischen von Hanna Lux.